Der Johanniterorden seine Anfänge bis zur Gegenwart:
Von den großen Ritterorden, die aus den Kreuzzügen
hervorgingen, überlebte nur einer. Heute nennt er sich Souveräner Militär- und
Hospitaller-Orden des Heiligen Johannes von Jerusalem, Rhodos und Malta.
Seine Gründungsgeschichte beginnt vor einem Jahrtausend.
Damals finanzierten Kaufleute aus Amalfi, das zu jener Zeit eine Seemacht mit dem
Wappen eines achtspitzigen Kreuzes war, ein kleines Hospital für arme und
kranke Pilger in Jerusalem. Dieses Hospital, das man Johannes dem Täufer
weihte, gilt als der Ursprung des Ordnens.
1113 nahm Papst Paschalis II. die Pflegebruderschaft unter
seinen Schutz, und mit seiner Unterstützung entstanden entlang der Pilgerrouten
nach Jerusalem weiter Hospitäler. Zudem übertrug er dem Orden die Verantwortung
für die Sicherheit der Pilger. Diese zunächst nebensächliche Aufgabe rückte
bald in den Vordergrund, das Ordensbanner mit dem weißen Kreuz entwickelte sich
zum Schrecken der Heere der Sarazenen, den heutigen Arabern.
Nachdem Richard Löwenherz 1191 Akko (im heutigen Israel)
erobert hatte, wurde der Stadt für knapp 100 Jahre Sitz des Ordens. Sultan Kahlil
konnte jedoch die Ritter vertreiben, und der Orden sichte vorübergehend
Zuflucht auf Zypern.
Kurz darauf gelang es den Johannitern, auf Rhodos Fuß zu
fassen, wo sie eine gewaltige Flotte aufbauten, islamische Kauffahrschiffe
plünderten und 200 Jahre lang den Osmanen trotzten. Sie begründeten einen
souveränen Ritterstaat, der durch die Auflösung des Tempelordens zusätzlich an
Macht gewann.
Im Juni 1522 stürmte Süleyman I. Rhodos, nach einer
6monatigen Belagerung gaben die Ritter auf und flüchteten nach Kreta.
1530 bot Karl V. den Rittern Malta und Tripolis als Sitz
an. Der Orden ließ sich auf Malta nieder als Souveräner Ritter- und Hospitalordnen vom heiligen Johannes von Jerusalem von Rhodos und von Malta. Neue Kaperfahrten brachten Geld und
Sklaven. Man hoffte, sich hier rüsten zu können, um Rhodos zurückzuerobern, ein
Ziel, das erst Jahre später mit dem Bau von Valletta aufgegeben wurde. Auf
Malta erlebte der Orden schließlich seine größte Blütezeit, die Piraterie war
ein einträgliches Geschäft.
Als Napoleon 1798 den Orden von Malta vertrieb, zogen die
Ritter zurück in ihre Heimatländer; der Orden stand kurz vor der Auflösung.
1803 holte der Papst die Insignien des Ordens nach Rom, wo
er noch heute auf dem Aventin in der Villa des Priorato di Malta seinen Sitz
hat. Schließlich besann man sich wieder auf den alten Geist der Hospitaller,
eröffnete Krankenhäuser und widmete sich karitativen und sozialen Aufgaben.
Heute ist der Orden in über 120
Ländern tätig.